Frisch gefischt. Notizen aus dem Papierkorb.

neue seite, anderer tag, irgendwo: in der pampa, zwischen berlin und bielefeld, wintertag 2016

kühe halten ihre köpfe über schneebedecktes, gefrorenes gras gebeugt, das ist mir neu.

Ich weiß nicht, was das zu bedeuten hat. Was sie da tun.

Warum mir das rechtschreibprogramm je am satzanfang dazwischenfunkt, weiß ich auch nicht, hatte es gerade ausgeschaltet. Es – da! – besteht auf großschreibung, sehr korrekt, jetzt stört das meinen schreibfluss zwar nicht, aber die fließbewegung der augen, dieses stolpern immer über die unebenheit, ja das hindernis, das hinter jedem punkt lauert, muss das sein, das ist: überflüssig, ich will eine gleichmäßige, ununterbrochene bewegung des blicks und somit der gedanken, beim lesen wie beim schreiben, um möglichst gleichauf mit der denk- und wahrnehmunsbewegung zu sein. Nur – da! -, nur die kommas kann ich nicht weglassen, das luftholen, absetzen der gedankenschwere scheint in kurzen abständen nötig, unerlässlich, ein kleines strichlein dort unten am fußende der wörter hilft, kein stolperstein, sondern der taktstock, so bleibt auch der klang im spiel der wörter mit dem geist nicht nur erhalten, sondern auch zu sehen, das visuelle wird wie immer viel zu wenig bedacht – gerade in dieser bildgefluteten weltentrücktheit aller.

Wären ach wären maschinen autonome wesenheiten, oh wären sie doch.

Dann wäre die grenze klar.

Trennlinie. Demarkationslinie.

Hier mensch. Dort maschine.

Ich mensch. Du da, hinter dem bildschirm irgendwo, maschine.

Die so wir anders.

Die anders wir so.

Hallo maschinenautomatismen, muss es sein dass ihr immer denkt ihr würdet uns arbeit abnehmen indem ihr in eurer grenzenlosen fürsorglichkeit alles fortführt so wie wir zuletzt geendet haben stupid stumpf format beibehalten – so lange kein anderer befehl folgt. Bemutterungselektronik, sch… auf BBBBBBBemutterung, sch… auf GGGGGGroßschreibung am satzanfang. Macht meine bemutterungselektronik aber einfach. Hab ich schon immer gehasst, bemuttert zu werden.

Das wollte ich eigentlich sagen, statt eines statements zu mutterfragen:

Ich sollte woanders hinfahren, oder einfach weiter, länger jedenfalls, um den schreibfluss am leben zu erhalten, aber bielefeld naht, das außen greift wieder ein ins innere, nie ist ihm gänzlich zu entkommen, wir sind so jämmerlich bedingt trotz allen geistes. Es bleibt mir zu tippen mit kleinem kuh-K am anfang:

Kühe halten ihre köpfe über schneebedecktes, gefrorenes gras gebeugt, das ist mir neu.

Ein Gedanke zu “Frisch gefischt. Notizen aus dem Papierkorb.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s