Marion Boginski: Klein(ich)keiten

Kurz, kürzer, zu kurz

 

Kurz, kürzer, zu kurz

Gestern Abend an einer Currywurstbude, hinter mir eine Stimme.

Kommst du Kino?

Ich drehe mich nicht um, ich denke, da kommt noch was.

Da sagt eine andere Stimme: Nee, ich geh Bahnhof.

Gestern Abend an einer Currywurstbude spricht ein Mann in sein Handy.

Ich bin noch Büro.

Ich drehe mich nicht um, denke, da fehlt doch was.

Ich warte. Sage Curry mit Pommes.

Der Verkäufer fragt: Rot-weiß?

Ich nicke und denke, das sich gerade ausbreitende Kurzdeutsch geht noch kürzer.

Zahle, Nicke, Gehe.

Jede Menge Worte sind unterwegs, schwirren mir um die Ohren, landen im Kopf oder daneben. Fallen zu Boden, bleiben liegen, werden zertreten, aufgehoben, die Reste benutzt.

In mir eine Stimme: Gehe Bahn, fahre Hause, falle Bett.

Sammle im Traum Artikel und Präpositionen ein.

 

 

 

 

3 Gedanken zu “Marion Boginski: Klein(ich)keiten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.