Maja Linthe: Bloggen mit Hut

Skizze vom Blograum

 

Foto von Andreas Blumenthal

Wir knipsen das Licht an, das uns bläulich ins Gesicht scheint, und durchschreiben den Raum des Blogs, Wort für Wort. Wir beschreiben die Wände, den Boden, die Decke des Raums, in dem wir uns treffen, laden Gäste ein, uns etwas zu schreiben. Mittels eines geheimen Codes können wir den Blograum betreten, wann immer wir wollen. Um uns darin zu treffen, schreiben wir den Raum, egal wo wir sind, sind eigentlich woanders und doch alle hier.

Wir bewegen uns schreibend darin, lesend, antwortend, uns aufeinander beziehend. Hin- und her klickend wechseln wir die Richtung. Hier im Blograum sind wir jemand anders, weil wir leichter sind und auch leichter schreiben. Unsere Texte sind luftig und offen für Kommentare, erscheinen nicht zwischen Buchdeckeln, weil sie löschbar sind, genau wie unser Raum und wir, die wir uns in ihm aufhalten.

Wir betreten diesen Raum mit dem Wissen, dass er nur vorübergehend existiert. Nicht nur wir könnten den Blog endgültig verlassen. Wir könnten das Licht löschen und den Raum mit ihm.

3 Gedanken zu “Maja Linthe: Bloggen mit Hut

    1. Es mag sich erinnern. Aber jedes Gedächtnis ist endlich, oder zumindest unsere Auffassungsgabe. Und wir erinnern etwas, das es nicht mehr gibt. Es würde sich also an einen Blograum erinnern, der nicht mehr existiert. Aber ja, allein durch die Verweisfunktion ist das Netz mehrdimensional. Die Verweise würden bleiben, selbst, wenn sie ins Leere zeigen.

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