Postkarte aus ASCHAFFENBURG

Auch wenn es in Aschaffenburg ums Ende der Privatheit ging, hatte ich ein Zimmer für mich allein mit Blick auf den Hotelparkplatz. Privatsphäre. Nur die Stimmen derer, die nachts über den Hof gingen, drangen ein in meine Privatsphäre. Und mein Handy hing im Netz; es zappelte und ließ mich manches wissen über die Privatsphären der anderen. An irgend einen Knoten im Netz schickte es meine Koordinaten. Mein verräterisches Handy kommunizierte von Aschaffenburg aus mit der halben Welt – weil ich es ihm erlaubte.

Aber etwas, was ich in Aschaffenburg tat, weiß mein Handy nicht, obwohl es dabei war. Ich schreibe es jetzt auf diese Postkarte und schicke es in die Welt hinaus: Ich kaufte auf dem Markt vier Äpfel und einen halben Liter griechisches Olivenöl und meine Augen sahen sich satt an den Farben von Karotten, Paprika, Gurken, Primeln und Tulpen.

2 Gedanken zu “Postkarte aus ASCHAFFENBURG

  1. ha, das gefällt mir – verräterisches handy.
    selbst offline, ausgeschaltet sogar: immer noch funken diese endgeräte.
    sehen, was wir sehen, werden sie bald auch, fehlt nicht mehr viel.
    einfach daheim lassen sollte man sie.
    mind. 3 tage hausarrest. inclusive steckdosenverbot.
    datenlücken erzeugen.

    Gefällt 1 Person

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