Marion Boginski: Klein(ich)keiten

Welche Farbe hat die Nacht?

(Kleine philosophische Frage)

Ist sie schwarz oder grau oder weiß?

Da haben wir das erste Dilemma!

Mit der Farbtheorie von Johannes Itten sind schwarz und grau und weiß keine Farben sondern Nicht-Farben.

Also besteht die Nacht aus Nicht-Farben oder ist nur dunkel oder hell?

Zumindest sind die Weißen Nächte bunt.

Doch verschwinden mit dem Licht rot, gelb, blau und alle Schattierungen dazwischen.

Nachtfoto

Aber waren überhaupt Farben da?

Hier kommt das zweite Dilemma!

Die Zeit ist eine Illusion, meinte Albert Einstein.

Was zu beweisen wäre wie seine „geheimnisvollen Kräuselungen der Raumzeit“, die Gravitationswellen, fast 100 Jahre später.

Kann es sein, dass auch Farben eine Illusion sind?

Dass sie nicht in der Welt existieren, sondern nur in unserem Geist?

Fanden zumindest der Londoner Philosoph und Arzt John Locke und der irische Bischof George Berkeley im 17. Jahrhundert.

Farbe ist nicht da, entsteht nur im Moment des Sehens. Eine Wahrnehmung zwischen Auge und Gehirn.

Und ist so komplex, dass es sich bis heute niemand wirklich erklären kann.

Ist nun die Nachtfarblosigkeit die wahre Wirklichkeit? Und ist Zeitlosigkeit die wahre Wirklichkeit?

Existieren sie nur in unserer Wahrnehmung?

Die Buddhisten gehen noch weiter. Sagen die ganze Wirklichkeit selbst ist eine Illusion.

Was zu beweisen wäre. Die Zeitillusion, die Farbillusion und die Wirklichkeitsillusion.

Vielleicht 100 oder 200 oder 500 oder 1000 Jahre später.

Bis dahin sehe ich die Nacht dunkel oder hell.

Wolkendunkel, winterdunkel, monddunkel …

Sternenhell, gewitterhell, schneehell …

Und weiß nur, dass ich nichts weiß!

 

 

 

 

 

3 Gedanken zu “Marion Boginski: Klein(ich)keiten

  1. Wie gut, über Farben der Nacht zu sprechen – ich bin da ja noch eine Antwort schuldig (von zwei Wochen vorher) : Deneb, Wega, Atair – strahlendes Gelb, die Sterne des Sommerdreiecks, die Farbe kommt hier vom glühenden Gas der Sterne. Sehen wir doch die schönsten Farben immer dann, wenn wir für etwas glühen!
    In dem Fall hatte ich für Stockholm geglüht, nur ohne Sterne, wegen der hellen Sommernächte.

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  2. Gute Gedanken!
    Ja, alles hängt ab von unserer Wahrnehmung.
    Übrigens ist die Dunkelheit in der Stadt eine völlig andere als auf dem Land, in der Stadt gibt es eigentlich keine richtige Dunkelheit, höchstens bei totalem Stromausfall.
    Und wo Licht hinfällt, ist Farbigkeit anders wahrnehmbar als in der Dunkelheit.

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  3. Auch was die Farben angeht, ist die Nacht mehr als ein Tag, an dem das Licht ausgeschaltet wird. Es mag keine Farben geben, aber viele Schattierungen. Und wenn das Licht doch angeschaltet wird, das künstliche, dann werden die Farben greller. Lichtverschmutzung ist ein merkwürdiges Wort, so als würde die dunkle Nacht sauber bleiben.

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