Claudia Breitsprecher: Ausrufe und andere Zeichen

Nachtschicht

Sie musste wach bleiben, den Blick auf die Formel richten, P1010165adie noch immer nicht stimmte. Sie gähnte. Rieb sich die Augen. Gähnte erneut. Den ganzen Tag lang das Grübeln und Verwerfen für nichts. Eine neue Berechnung. Der nächste Versuch. Papierkorb, real und digital. Weg damit.
Es arbeitete weiter und immer weiter in ihrem Hirn, obwohl längst das Mondlicht hell auf ihren Schreibtisch fiel. Etwas war falsch falsch falsch.
Die Glieder wie Steine so schwer. Sie ließ die Schultern kreisen und spürte keine Besserung. Vielleicht sollte sie kurz den Kopf auf die Arme sinken lassen. Und die Augen schließen. Nur für … ein paar … Minuten.

Mülltonnen. Da zog doch jemand Mülltonnen über das Pflaster, ein LKW schnaufte. Mitten in der Nacht? Die Spatzen tschilpten, und in der Wohnung nebenan dudelte Popmusik. Sie hob die Lider und auch den Kopf, spürte ein Stechen im Nacken. Es war taghell, allein der Monitor stand vor ihr wie eine schwarze Wand. Sie rüttelte an der Maus, und schon sprang es sie wieder an, dieses Ungetüm aus Zahlen und Buchstaben.

Aber was um alles in der Welt … Sie runzelte die Stirn. Legte die Finger auf die Tastatur.
Löschte hier etwas und da. Rutschte auf ihrem Stuhl herum. Fügte ein. So?
Ja, so! Natürlich! Nicht im Traum wäre sie darauf gekommen!
Oder doch?

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