Marion Boginski – Klein(ich)keiten

Die Zeit totschlagen …

Sagt man …

Wenn man wartet, wo auch immer, auf was auch immer.

In Zimmern, Hallen, Flughäfen.

Totschlagen ist ein starkes Verb. Die Zeit totschlagen eine starke Redensart.

Sinnloses Tun, nutzlos verbrachte Zeit, sich langweilen.

Auf der Suche nach dem Ursprung –

Bin ich nicht fündig geworden.

Nicht einmal annähernd lässt sich zuordnen aus welchem Jahrhundert die Redensart stammt.

Friedrich II. hat sie benutzt – in seinem Traktat „Über die deutsche Literatur“. 1780.

Also davor erfunden. Vielleicht im Mittelalter. In der Zeit sind die meisten Redensarten entstanden.

Blau machen, den Braten riechen, vögeln.

Ach!

Um dem Liebhaber mitzuteilen, dass der Ehemann gerade nicht zu Hause war, hängten wohlhabende Frauen einen Vogelkäfig ins Fenster. Der Liebhaber sah es, und sagte, er gehe zu den Vögeln.

Auch eine Form von Zeit totschlagen!

Ich suche weiter nach dem Ursprung, jetzt bei mir.

Kindheit und Jugend mit viel zu viel Zeit. Ein Totschlagversuch damals – das Lesen von Büchern mit dem Ziel – schnellstens älter werden.

Jetzt möchte ich die Zeit jeden Tag k.o. schlagen, leblos für eine kurze Zeit, oder auch lange, weil sie die Beine in die Hand nimmt.

Und rennt und rennt.

Ich werde langsamer, die Zeit schneller.

Muss man nicht verstehen, oder?!

IMG_1911

 

Vielleicht doch die Zeit hin und wieder nicht nur k.o., sondern totschlagen, wobei totschlagen ist so ein starkes Verb …

Vielleicht festbinden …

IMG_1907

 

 

5 Gedanken zu “Marion Boginski – Klein(ich)keiten

  1. Der gute alte Einstein – ich vertraue ihm (seiner Frisur wegen und der Gedanken sowieso). Man bekommt die Zeit einfach nicht zu fassen. Irgendwann aber wird irgendjemand schneller sein als sie. Wollen wir das wirklich?
    (Ich genieße gerade die Langsamkeit, auch im Garten – unterm Kirschbaum – eine überreife Kirsche fällt – mir direkt in den …, nein vorbei)

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  2. Ah, wiedermal die Zeit. Dann werde ich jetzt mal philosophysikalisch: Also, ich liege hier vom Apfelbaum beschattet unter der brütenden Sonne und schlage die Zeit mit dem Handy tot, autsch.
    Die Zeit, so stand bis Einstein felsenfest, existiert absolut unabhängig und unbeeinflussbar von irgendwem oder irgendwas. Aber der gute Albert hat ja alles relativiert. Nun könnten wir es also doch tun – die Zeit überlisten, Ihr sozusagen davon laufen. Nur schnell genug müssten wir sein, schneller als das Licht. Wow, dann könnten wir ja gleichzeitig auch dieser sängenden Sonne davonlaufen – sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen. Das wär’s doch!
    Nur – würden wir dann zu Doppelmörder*innen?
    (Ach ja, das Sternchen … wurde gestern vom Rechtschreiberat NICHT in den Duden gelassen.)

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  3. “Ich werde langsamer, die Zeit schneller“
    Das stimmt!!!
    Aber die Zeit möchte ich nicht totschlagen, dann hab ich gar keine mehr, und ein bisschen Zeit möchte ich noch haben, auch wenn ich mit dem Tempo der Zeit nicht so richtig mithalten kann.
    Ich staune auch, wie schnell die Zeit rennt!!!

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