Claudia Schattach: Ansichten einer Kurzsichtigen

Ausschau halten

Man sucht den Horizont ab, nach Festland vielleicht, nach Menschen, nach Rettung. Dabei läge die Rettung vielleicht näher als man denkt. Die Weitsichtigen sind dabei im Vorteil, denn sie können den Horizont noch klar erkennen, der sie begrenzt und Halt bietet. Wir Kurzsichtigen dagegen schauen ins Ungefähre, Grenzenlose, das jeglichen Halt verweigert.

Auch gut – taste ich mich eben am Naheliegenden entlang und bin dadurch womöglich schneller am Ziel als die ewig Ausschau Haltenden, die sich von ihrem Aussichtspunkt nicht wegbewegen. Also warum in die Ferne schweifen, liegt das Glücke doch so nah?

Sicher, aber manchmal muss ich einfach in die Ferne blicken und Ausschau halten nach dem Unsicheren, Ungefähren und Unerreichbaren, um nicht zu vergessen, wie es sich anfühlt, Sehnsucht zu haben …

Ein Gedanke zu “Claudia Schattach: Ansichten einer Kurzsichtigen

  1. Halte Ausschau nach dem Erreichbaren, doch sehe schlecht in der Ferne, und sehe schlecht in der Nähe, bleibt mir nur das Ungefähre dazwischen, das ungefähr dort zu liegen scheint, wo Ferne und Nähe sich treffen, im Mittelpunkt des nicht Sichtbaren, und erreiche so blindlings mein Ziel …

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