seitensprünge

So viele Fragen.

Von einer Straßenseite zur anderen müsste ich springen, wenn ich all die bunten Plakate mit den coolen Sprüchen lesen wollte, die zur Zeit Brandenburgs Straßen mit Farbe und Sinn erfüllen. Zu viert oder fünft hängen sie übereinander an allen Lichtmasten, dazwischen das eine oder andere Gesicht freundlich blickender Menschen.
Und erstmals auch Tiere: viele Bienen, auch einige Schweine. Aber keine Kühe – die furzen zu viel Methan. Kühe sind schlimmer als Autos, werden nur noch von Flugzeugen und Kreuzfahrtschiffen übertroffen.
Ich bin ja eher für Hühner. Die brauchen für ihre Ultrakurzzeitflüge kein Kerosin, drücken die Eier ohne Methanzusatz heraus, und alles, was man von ihnen essen kann, ist schonmal vorsorglich mit Antibiotika versetzt. Warum nur gibt es keine Hühner auf den Wahlplakaten?

Ups, jetzt bin ich über einen der neuen umweltfreundlichen Elektroroller gestolpert, den offensichtlich jemand auf dem Fußweg für mich bereitgestellt hat, damit ich schneller von Lichtmast zu Lichtmast gelange. Aber nun tut mein Fuß weh und ich lese erstmal das Riesenplakat hoch über mir: „BILDUNG FOR FUTURE“ steht dort.
„BILDUNG FOR FUTURE“ – das könnte ich doch glatt unterschreiben (wenn nur der Fuß nicht so schmerzte und ich den Mast hochklettern könnte).

Oder? Ist dieser Spruch zurzeit überhaupt politisch korrekt? Sollten wir denn nicht die jungen Leute unterstützen, statt sie vor den Kopf zu stoßen? Aber wollen die nicht aufbegehren, protestieren? Statt Hand in Hand mit Eltern, Lehrern und Politikern durch die Straßen zu spazieren?

So viele Fragen.

4 Kommentare zu „So viele Fragen.

  1. Bildung for future klingt echt falsch. Wie waere es mit „we dont need no education, we dont need no mind control?“
    Ist wenigstens echtes englisch und veraergert vermutlich zweitens die partei, die den denglischen slogan verbrochen hat. (Oder irre ich mich da?)

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  2. Frage 1: Weshalb ist der Werbeslogan aus zwei Sprachen zusammengesetzt? Trauen wir der deutschen Sprache keine Zukunft zu?
    Frage 2: Werden zukünftig Antibiotika-Schnitzel und Antibiotika-Eier auf Rezept beim Arzt ausgegeben?
    Frage 3: Wann wird die Kuh als Nahrungsmittel abgeschafft – als größter Umweltverschmutzer?
    Frage 4: Können die Plakate mir darauf eine Antwort geben? Oder die Menschen darauf?
    Frage 5: Gehört eigentlich nach ganz oben – wann? Fangen wir an, die Erde nachhaltig zu nutzen?
    Frage 6: Folgt.
    Frage 7: Folgt
    ….
    Frage 100000000 folgt in Kürze.

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  3. Oh ja! So viele, viele Fragen. Wenn wir dann alle mit dem Lastenrad einkaufen, größere Strecken überwinden und die Bahn nutzen wollen, wie kriegen wir die Dinger in den Aufzug? Oder in die Bahnabteile. Die Rohstoffe für die Batterien der wunderbaren Elektroroller, wo holen wir die her? War da nicht was mit Afrika und Wasserspiegel absenken, damit man an die seltenen Erden kommt? Und die Bienenschützer, die jetzt zu Hauf zu Imkern werden, die lieben nur Bienen. Hummeln verhungern inzwischen in Pankow und im Prenzelberg. Und noch eines: Die Wähler der Grünen nutzen am meisten das Flugzeug. Leider kann ich das nicht überprüfen. Aber es gibt einfach zu viele Fragen.

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