Maja Linthe: Bloggen mit Hut

Eineliebeserklärungandenblog

Lichtschatulle

Das Licht war ausgesperrt und kam doch herein, fiel durch Gitterstäbe und Scheiben. Wir waren froh, dass wir hinausgehen konnten zum Licht, das Sonnenlicht war und Spiegellicht, Blätter- und Bodenlicht, Wand-, Holz- und Glaslicht, Drinnen- und Draußenlicht, lautes und leises, glänzend und stumpf. Fleckiges gab es auch. Ich lichtete es ab, um es aufzuheben für Tage mit Regen und schwarzem Wind. Ich machte Fotos vom Licht, um sie in eine Schatulle zu legen, die mit Samt ausgeschlagen war. An einem dieser Tage, die nach feuchtkalten Straßenbahnen rochen, wollte ich sie hervorholen, gemeinsam mit Élouise. Wir würden den Deckel erst nur einen Spalt breit öffnen, das Licht quölle dabei an den Seiten heraus. Und während Élouise den Deckel aufklappte, um die Bilder zu betrachten, könnte ich Sonnenwärme spüren zwischen den Knöcheln, auf dem Rücken meiner schon alten Hand. (aus:On the road with Élouise 57)

Ein Kommentar zu „Maja Linthe: Bloggen mit Hut

  1. In der tat, das licht strahlt aus dem foto, den zeilen, zwischen staeben und worten. ich fange es auf an diesem so lichtlosen tag, an dem sonst nur wasser in fäden vom himmel rinnt..

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