Maja Linthe: On the road with Élouise – reloaded 3

Wir gingen spazieren, Élouise und ich, auf der Mannheimer Maulbeerinsel, zentrierten auf dem Display den kleinen Pfeil und folgten den blauen Punkten des Wegs. Die Stimme hatten wir stumm geschaltet. So liefen wir über die Insel zwischen Wasser und Erde, Schatten und Licht, bis vor uns mittendrin ein Turm wie ein Stachel im Boden steckte.

Während das Smartphone hier offline war, hatten wir plötzlich Empfang von Rundfunk- und Fernsehprogrammen aus den 70er Jahren. Als die UKW-Wellen anbrandeten, ging bei Élouise ein Zittern durchs Fell, bei mir nur durch die Härchen am Unterarm. Wir blickten zur Plattform, prosteten dankend hinauf mit unsichtbaren Kaffeetassen und drehten uns im Kreis, eine jede für sich, bis auch der Turm sich mit uns drehte.

Hell eingezeichnet lag der Weg im Wasser vor uns, führte von dort in den Himmel hinauf und wir folgten ihm ein kleines Stück ins Wasser hinein. Als wir schließlich umkehrten, so wie der kleine Pfeil es uns jetzt wieder riet, erzählte ich Élouise vom Fernseher meiner Kindheit, der in einem abschließbaren, hölzernen Kasten gesteckt hatte. Ich erinnerte mich plötzlich an John-Boy von den Waltons, an Lassie und Winnetou und Élouise lachte über den Lärm meiner nassen Schuhe beim Laufen.

 

 

 

 

 

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