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Alternativen inmitten leerer Stühle und erloschener Kategorien

SERENADE                                          

Auf der Wiese ein Gedränge zwischen Löwenzahn und Disteln

geben Grillen ihr Konzert. Frau Glühwurm hat mich eingeladen,

was die Hummeln sehr verstimmt, aber Monsieur Weinbergschneck

bietet mir die Loge an und Schwärmer flattern aufgeregt

in ihren Abendroben. Dann wird es still –

der Maulwurf hebt den Taktstock und das Nachtkonzert beginnt.

VOM ANGELKAHN					

Der Narr in seiner Einsamkeit lud sich

die Weide ein gefangen hat sie ihn umgarnt

lässt er sich von den Fischen feiern.

(Texte aus meinem Gedichtband: „Klatschmohn heizt das Feld“,  ©Reupsch, 2006)

Magische Daten

Beinahe hätte ich es verpasst, das Palindrom-Datum am vergangenen Sonntag, dabei bin ich doch eine Liebhaberin von Palindromen, wegen der Zweiseitigkeit, ich hatte in einem früheren Beitrag schon darüber gelabert, lauter leere Worte.  Naja, Palindrome sind nun mal Worte oder Wortfolgen. Doch wer macht heute noch einen Unterschied zwischen Wortfolgen und Zahlenfolgen? Schließlich leben wir ja im Zeitalter der Digitalisierung.

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seitensprünge

Schenkt doch ein Buch!

Wer springt da noch immer von Ladentür zu Ladentür, von Stand zu Stand auf dem Weihnachtsmarkt, von Seite zu Seite im Internet, um dann doch wieder ratlos dazustehen, ohne Geschenke für Alex und Kati, Schwager und Vati, Chris und Tante Trudel, die Katze und den Pudel?

Euch allen Verzweifelten da draußen im Gewühle kann geholfen werden! Wir haben Bücher für Jung und Alt, dünne und dicke, voller Schnee, aus dem Wald, zum Lachen und zum genauen Bedenken, in jedem Fall ein Tipp zum Verschenken:

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seitensprünge

Perspektivwechsel

Vara* öffnet mir die Tür. Ihr Gesicht strahlt  zwischen zwei Zöpfen. „Gretazöpfe“, wie sie jetzt oft getragen werden. Wir üben Mathematik, fast zwei Stunden, Zahlbereiche, Potenzen, Wurzelgleichungen.  Und immer wieder fordert mich das syrische Mädchen auf: „Stellen Sie mir noch eine Aufgabe, bitte.“

Eine Wochen später – Greta Thunberg war inzwischen auf dem Klimagipfel mit etwas anderer Frisur aufgetreten, nur ein Zopf, über die linke Schulter hinweg – empfängt mich Vara auch mit einem solchen Zopf. Eine Mathearbeit steht bevor.

„Ich muss üben, am Freitagmittag ist die letzte Mathestunde vor der Klassenarbeit.“

„Freitagmittag?“

Vara nickte kurz.

„Gehst du nicht zur Demo?“ Die Frage rutscht mir heraus.

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seitensprünge

So viele Fragen.

Von einer Straßenseite zur anderen müsste ich springen, wenn ich all die bunten Plakate mit den coolen Sprüchen lesen wollte, die zur Zeit Brandenburgs Straßen mit Farbe und Sinn erfüllen. Zu viert oder fünft hängen sie übereinander an allen Lichtmasten, dazwischen das eine oder andere Gesicht freundlich blickender Menschen.
Und erstmals auch Tiere: viele Bienen, auch einige Schweine. Aber keine Kühe – die furzen zu viel Methan. So viele Fragen. weiterlesen

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Seitensprünge

Der klassische Seitensprung – wir kennen ihn. Bereits aus der Schulzeit. Deutschunterricht … Da war doch was …  In diesem Jahr kommt wohl keine(r) an Effi vorbei.

Ich habe sie neu entdeckt: im Archiv und im Museum.

  • Am 1. Juni 2019 in der Villa Quant in Potsdam, die das Fontane-Archiv beherbergt, bei einer Lesung des Jugendprojekts eff.i19. Wie frisch und modern sie doch sein kann, die Effi.

Zum Selbstentdecken einer rebellischen Effi =>http://www.effi19.org

und in dem Buch mit allen Texten der fünf Projektgruppen.

Hier bitte auch das Impressum lesen (neben dem Inhaltsverzeichnis) – das Team Frankfurt/Oder wurde von unserer Carmen Winter geleitet.

 

 

  • Am 16. Juni 2019 bei einem Besuch im Museum Neuruppin mit der Leitausstellung Fontane 200/Autor – einen ganzen Raum allein für Effi gibt es dort – und vieles andere mehr: zum Verweilen und Suchen, zum Aufspüren Fontanischer Wortschöpfungen und Zitate, zum Lachen, Schmunzeln und Nachdenken.

 

Weitere Fontanische Wortschöpfungen: Zärtlichkeitsallüren, Waldteufelgebrumm, Generalkladdersdatsch …

Und zum Schluss noch ein Zitat (aus einem Brief Fontanes an seine Frau Emilie, 1879):

„Personen, die ich gar nicht als Schriftsteller gelten lasse, erleben nicht nur zahlreiche Auflagen, sondern werden auch womöglich ins Vorder- und Hinterindische übersetzt; um mich kümmert sich keine Katze.“

 

seitensprünge

ÜBER SEHEN UND VERGESSEN

Zu Ostern ist das Sehen ganz wichtig (nicht nur für Kurzsichtige). Das Übersehen kann fatal sein, besonders, wenn es mit Vergesslichkeit gepaart ist.

Wahrscheinlich wisst Ihr schon, was jetzt kommt: die Sache mit dem fauligen Geruch zu Pfingsten irgendwo unter dem Sofa.

Nein, nein, in diesem Jahr konnte man die Eier ja im Freien verstecken und suchen, da geht der Verwesungsprozess der Vergessenen ins Kompostierstadium über, ist also alles halb so schlimm. ÜBER SEHEN UND VERGESSEN weiterlesen

seitensprünge

Verbleibpunkte

Zwei Dinge sind mir in den letzten Wochen zugeflogen, die scheinbar irgendetwas miteinander zu tun haben: Ein Bild, frisch digitalisiert (Danke Maja!) flog aus dem Netz in mein E-Mail-Postfach und ein Zettelchen flatterte aus einem alten Hefter, fiel zu Boden. VERBLEIBPUNKTE las ich auf dem Zettel, wusste nichts damit anzufangen und versuchte, die Stelle im Hefter zu finden, zu der dieser Begriff gehörte. Vergeblich sprang ich von Seite zu Seite, von Überschrift zu Überschrift, ratlos – was sind VERBLEIBPUNKTE?

Ich fragte Dr. Google. „Meinst du Verbleib Punkte“ antwortete er. Das Fragezeichen fehlte. Verbleibpunkte weiterlesen

seitensprünge

Neujahrsempfang

Die Zeit der Neujahrsempfänge neigt sich schon dem Ende zu. Es soll Menschen geben, die in dieser Zeit von einem Empfang zum nächsten springen. Bekanntlich benötigt man für derartige Anlässe eine Einladung. Leider habe ich keine bekommen – hat vielleicht die Post gestreikt?
Wie dem auch sei, ich mache das Beste daraus und gebe selbst einen Neujahrsempfang. Allerdings ist meine Wohnung etwas zu klein, nicht einmal ein Stehbankett in großem Stil wäre möglich. Dazu stehen schon zu viele herum, stehen in Schränken, Regalen, auf dem Schreibtisch, unter der Treppe … Überall diese Bücher.

Also gut, ich gebe einen Neujahrsempfang für Bücher.

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