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Nachtschattennotizen im Tagwald

between WORK between LIFE between BALANCE between

so geht das seit wochen seit monaten seit sehr vielen monaten
man wird so müde die zeit zu zählen überhaupt zu zählen. zu zählen.

wer kann arbeitet weiter mit ohne neben der auch gegen die zeit
wer keine arbeit hat tut vielleicht so als hätte er/sie/* eine

wer gar nirgendwo mehr hinradeln mag sucht vielleicht
abwechslung in gut gewürzten speisen oder 
springt aus der kurve wechselt das gleis die richtung das medium

und findet vielleicht das weite im between der kunst

PS ich habe aus purem ausscherenwollen mein arbeitsgebiet verlassen und einen shrigley kopiert – zur besseren unterscheidung die bildüberschrift jeweils nicht unterstrichen – ich gebe zu seins ist besser irgendwie ausdrucksstärker oder hätte ich einen filzstift nehmen sollen

Nachtschattennotizen im Tagwald

quakenbrück : ausfall II

es macht einen unterschied woher du kommst
ob aus hamburg, buxheim oder vom planeten trillaphon

wurde frau hauser danach gefragt
und das passierte selten genug aufgrund der allgemeinen 
homeoffice-verordnung
kam sie neuerdings „aus dem bett“

schlösse man vom namen ihres städtchens auf sie selbst
fürchtete sie für eine dieser schnattertanten gehalten zu werden
mit kissen auf fensterbank und allzeit im bilde
brühwarm die breaking news aus der nachbarschaft 
ganz smart per phone und pc in alle winde streuend tag für tag

genau so eine war sie auch
aber wer will das schon an die große glocke hängen

ihr kurzes knallrot gefärbtes kunstvoll toupiertes haar
die kühn um den hals geworfene grüne federboa sobald
sie das haus verließ forderten durchaus manch fremde 
zu der frage nach ihrer herkunft auf
„aus dem bett“ war eine hervorragende antwort
noch keiner der fragenden bislang hatte angemessen
auf diese auskunft reagiert

frau hauser amüsierte das köstlich und stets aufs neue
eintönige zeiten erfordern beherztes ausscheren aus selbigen

heute beschließt frau hauser blau zu machen
sie verlässt ihr 2-Zi/küche/bad/wc-büro
besorgt sich ein fläschchen eierlikör und richtet sich häuslich
auf ihrer lieblingsparkbank ein 
ruhige lage direkt hinter dem städtischen krankenhaus
und sichere 40 gehminuten von ihrer wohnung entfernt

als eine alte frau von einem pfleger in ihrem krankenhausbett
an ihr vorbeigeschoben wird
seufzt frau hauser leise und prostet ihr zu

die frau lächelt zurück
hebt einen daumen und ruft „kommen Sie – wir tauschen“
frau hauser fackelt nicht lange und steht auf