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Maja Linthe: On the road with Élouise reloaded – 5

Élouise und ich spazierten zu zweit durch das Feld mit Platz zwischen uns für eine unsichtbare Dritte. Noch vor Anbruch der Sperrstunde wollten wir in der Dunkelheit die Unsichtbare nach Hause geleiten, wo immer das sei. Wir begegneten anderen spazierenden Paaren mit unsichtbaren Dritten in ihren Mitten, liefen in großen Bögen umeinander herum.

Mitten im Handschuhsheimer Feld lag ein Kaffeehäuschen, das schon länger im Lockdown war. Das große Fenster, durch das man einst Cappuccino hinausgereicht hatte oder Espresso Macchiato, war schon lange geschlossen, hatte kunstvoll Patina angesetzt, nach Graffiti-Art.

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Maja Linthe: On the road with Élouise reloaded – 4

Élouise und ich liefen durch den Herbst-Wald zum Heidelberger Bergfriedhof und sie galoppierte vorne weg, vollführte Freudensprünge, so als hätte man sie nach zwei Wochen aus der Quarantäne entlassen. Nachdem wir das schwere, kunstvoll geschmiedete Friedhofstor aufgeschoben und uns hindurchgeschoben hatten, stiegen wir vorsichtig die Treppe hinunter, liefen ruhiger, versuchten es respektvoll zu tun, respektvolles Laufen für die, deren Namen die Steine trugen um uns herum.

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Maja Linthe: Bloggen mit Hut

On the road with Élouise – reloaded: Heidelbergblues

Wir gingen hinaus aus dem Feld, dorthin, wo die Stadt ihre Spuren verwischt hatte wie die Buchstaben einer mit Tinte geschriebenen Schrift. Die Stadt hatte sich abmontiert, ihren Standort verlagert. Was blieb, war der helle Zug ihres Namens auf einer schmutzigen Wand. Kein Licht war zuvor unter die Buchstaben gedrungen.

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