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Claudia Schattach: Ansichten einer Kurzsichtigen

Fahnengewäsch

Neulich gab es bei den Vereinten Nationen jede Menge Gewäsch, nachdem mal wieder Blut vergossen worden war und dann auch noch ein paar unappetitliche alte Herren in die Fahnen gerotzt hatten. Es handelt sich hier wohlgemerkt nicht um die Fahnen aus der Jägersprache, also nicht um die Schwanzbehaarung von Hunden, Eichhörnchen oder sonstigem Getier, sondern um die müde vor sich hin flatternden, immer noch leicht fleckigen, bunten Stoffbahnen, mit denen bei Staatsakten jede mögliche Blöße bedeckt wird.
Nach all dem Gewäsch hängte man die feuchten Fahnen nach dem Wind, damit sie trocknen. Während sie da hingen, kam unerfreulicherweise der dauerhaft von Dünnschiss geplagte Wolpertinger Donald auf seiner aufblasbaren Fahnenstange geflogen (hier berufe ich mich nun doch auf das Jägerlatein). Und die Moral von der Geschicht: Nationalfahnen ohne Blut-, Scheiße- und Rotzflecken gibt es nicht.

Claudia Breitsprecher: Ausrufe und andere Zeichen

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Europamassenschaft

Sie haben ihre Fahnen dabei. Gute Laune dabei. Sind ein Hoffen und Sehnen und Taumeln vor Glück. Einmal schreien. Noch mal schreien. Das ist schön nach all dem stillen Twittern und Posten. Gefällt ihnen. Gefällt ihnen sogar sehr.

Sie haben Farbe im Gesicht und kein Blut wie in Aleppo Istanbul Orlando.
Macht Macht Macht alles nichts.

Die Hymne singen. Kein falscher Ton. Kein Raum für Gedanken. Sie hüpfen und springen im Gleichtakt. Das Trikot wird zur Uniform. Es lebe die Nation. Kurve weiß oder blau oder gelb oder rot. Ein-Farben-Meer. Wir zuerst. Weg mit den anderen.

Großbritannien ist schon raus.
Böses Erwachen.