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Maja Linthe: Bloggen mit Hut

Gestern habe ich Zeit verloren im Netz und heute danach gesucht

Gestern habe ich Zeit verloren im Netz und heute danach gesucht. Ich las die Timeline rauf und runter auf der Suche nach dem Keyword der Zeit. Pfeilschnell überflog ich Websites, so als sähe ich sie ganz weit von oben. Ich scannte hoch hinauf, skimmte im Sturzflug und stieg mit dem Scrollbar wieder auf. Gedanken tanzten mir aus dem Kopf, manche schlugen Purzelbaum. Federleicht waren sie, so wie ich. Maja Linthe: Bloggen mit Hut weiterlesen

Claudia Breitsprecher: Ausrufe und andere Zeichen

Schnell die Zähne putzen. Und duschen. Etwas trinken to go. Flugs noch Geld holen. Und ausgeben. Die Zeitung überfliegen. Oder den Äquator. Die Welt bereisen. Und ein Selfie schießen. Vielleicht auch den Vogel ab. Mal eben die Arbeitszeit hinter sich bringen in der Werkstatt, im Labor, in der Praxis, im Büro. Ein Callcenter in der Leitung. Der Anruf kostet Sie. Pro Minute. Fix was essen. Rasch ein Kind zeugen. Rush Hour, um Himmels Willen, so lange dauert das nicht. Kurz das Kind füttern. Und den Opa auch. Ihn beerdigen. Eilends trauern. Blick nach vorn. Licht am Ende des Tunnels. Weit weg.

Klein(ich)keiten

(Sorry, hier sollte jetzt ein Video stehen, aber entweder wurde der Dateityp nicht unterstützt oder der Film war zu kurz, deshalb ist nur ein Foto von der letzten Sequenz des singenden und tanzenden Schneemanns zu sehen.)

Bald nun ist Geschenkezeit …

… mal wieder! Hatten wir die nicht gerade?
Ach nein, war der Geburtstag von Oma/Opa/Mama/Papa/Kind 1/Kind 2/Kind 3/Freund/Freundin …

Auf die Idee an Geburtstagen Blumen zu verschenken, soll eine clevere Floristin gekommen sein. Auf die Idee am Valentinstag Blumen und Süßigkeiten zu überreichen, ist wer gekommen? Auf die Idee zu Ostern Naschereien und kleine Geschenke zu verstecken, am Muttertag Blumen zu verschenken, zu Weihnachten Schokoladenweihnachtsmänner und Geschenke, viele Geschenke, zu viele, hat sich bitte wer ausgedacht?

Der Weihnachtsmann soll eine Erfindung von Coca Cola sein. Halloween eine Erfindung der Kelten oder der Iren und dann über Amerika um die Welt gewandert.
Das Halloween-Fest ließ vor ein paar Wochen gerade wieder kleine verkleidete Monster an Türen klingeln und um Süßigkeiten betteln: Gib mir Süßes, sonst gibt es Saures! Zahnpasta und Toilettenpapier an Türklinken.

Und nun wieder Weihnachten. War nicht gerade der 24.12.? Ist schon 360 Tage her? Kann nicht sein!
Sie/er/ich begeben sich also erneut in den Geschenkeeinkaufstrubel. Rolltreppe hoch und höher. Türen öffnen sich und schließen. Laptop klappt auf und zu.
Was wollen er/sie/ich kaufen für Oma/Opa/Mama/Papa/Kind1/Kind2/Kind3/Freundin/Freund. Kinder wissen immer, was man ihnen schenken kann, eine lange Liste gezeichnet und geschrieben. Eigentlich brauche ich nichts, sagen dagegen sie/er/ich. Und freuen sich doch, wenn sie ein Geschenk bekommen oder auch zwei oder …
Also Rolltreppe hoch und mal schauen, was für ihren/seinen/meinen Geldbeutel passt oder passen könnte. Bücher passen immer.

Ein Buch für Oma/Opa/Mama/Papa/Kind1/Kind2/Kind3/Freund/Freundin …
Halt! Opa liest gerade nicht, seine Augen, sagt er zu ihr/ihm/mir.
Oma hat noch das Buch vom letzten Weihnachten und Geburtstag auf dem Nachtisch liegen.
Mama und Papa kommen wegen Kind1/Kind2/Kind3 nicht zum Ins-Buch-schauen. Aber sie/er/ich könnten trotzdem eines verschenken zum Späterlesen.
Dazu gibt es Bücher für die Kinder, denken sie/er/ich. Außerdem etwas von den Kinderzetteln, die lang und länger sind. Sie/er/ich können sich etwas aussuchen, was passt, was kindsmäßig und geldmäßig passt.

Die Füße sind mittlerweile lahm, der Laptop heiß gelaufen und was schenkt man nun den Erwachsenen, denken sie/er/ich. Und haben eine Idee. Sie/er/ich schenken sich und anderen eine ruhige und entspannte Adventszeit. Kaufen keine weiteren Geschenke. Sie/er/ich freuen sich über die gewonnene Zeit, freuen sich auf das Nicht-einpacken-müssen. Freuen sich über fehlende Geschenkpapierberge hinterher. Denken sie/er/ich. Hoffen sie/er/ich.
Und laufen in Geschäfte und fahren bis zum Heiligabend Rolltreppen rauf und runter und klappen den Laptop auf und zu und denken: Vielleicht eine Idee für das nächste Jahr. Oder übernächste. Schön wäre es schon. Ein Weihnachten nur mit Gaben für die Kinder. Alle anderen schenken sich eine stressfreie Zeit und entspannte Gesichter am Heiligabend.
Möge es ihr/ihm/mir nicht so ergehen wie dem Schneemann im Video/Foto!
Merry Christmas!